Was mir im Kommunalwahlkampf wichtig ist

Liebe Haarerinnen und Haarer,

das Verhalten politischer Wettbewerber zu kommentieren, wenn ich nicht direkt betroffen bin, ist wie Sie wissen nicht meine Art. Nach dem Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom 09.02.2026* über Falschbehauptungen zur Podiumsdiskussion der Haarer Bürgermeisterkandidaten, die auf der Webseite eines politischen Wettbewerbers veröffentlicht wurden, haben mich kritische Fragen und Stimmen aus der Haarer Bürgerschaft zum Umgang miteinander erreicht. Das hat mich bewegt und auch ein wenig betroffen gemacht. Deshalb veröffentliche ich an dieser Stelle einige Worte zu dem, was mir im laufenden Kommunalwahlkampf wichtig ist.

„Wie viel schädlicher sind doch die Folgen des Zorns … als die Umstände, die ihn in uns entfacht haben“, schrieb einst der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel. Diese praktische Weisheit für das alltägliche Leben sollte jeden Politiker gerade in Wahlkampfzeiten dazu anhalten, Aussagen und Kommentare – aber auch die Reaktion darauf – mit Bedacht zu wählen. Kommunalpolitisches Engagement ist für die meisten von uns ein reines Ehrenamt. Dieses muss stets eines im Fokus haben: Das Gemeinwohl. Es wirkt über alle Kontroversen hinweg als einigendes Band. Unser Blick sollte daher nicht durch einzelne Meinungsverschiedenheiten und Verfehlungen von diesem abgelenkt werden.

Haar steht vor großen Herausforderungen, die wir meistern werden, wenn wir die Dinge gemeinsam anpacken. Spaltung schadet dem Gemeinwohl und stärkt die extremen Ränder. Gerade weil Kommunalpolitiker ehrenamtlich tätig sind, haben sie eine wichtige Vorbildfunktion. Im Sinne eines guten Vorbilds hoffe ich, dass sich die Protagonisten im konstruktiven Ringen um die wichtigen Themen und Lösungen schnell wieder zusammenfinden.

Vielleicht helfen hier ja auch die weisen Worte von Marc Aurel: „Du musst das nicht zu einem Ding machen. Es hat keine Macht, Deine Meinung zu ändern.“ Gelassenheit ist gerade in aufgeregten Zeiten mehr als eine Tugend.

Ihr

Dr. Peter Siemsen

Bildnachweis: Manuela Praxl

* Süddeutsche Zeitung vom 09.02.2026, Artikel „CSU nimmt Behauptung über SPD-Kandidaten zurück“